Aethercircus Stade - Sonntag

Der nächste Tag begann mit Warten. Da die Zimmer in der Jugendherberge schon um 10 Uhr geräumt sein mussten und man sich mit dem Frühstück nur bis 9 Uhr aufhalten konnte, der Circus aber erst um 11 Uhr aufmachte gab es viel Zeit. Und was macht man, wenn man so und so ohne Beschäftigung rumsteht? Für Photos posieren!


Und natürlich gehört zur Leerlaufüberbrückung auch allgemeiner Erfahrungsaustausch über Vor- und Nachteile bestimmter Rüstungsarten, die miserablen Flugeigenschaften von LARP-Pfeilen und andere überlebenswichtige Dinge.

Recht lange verbrachte ich auch bei dem improvisierten Photostudio von Micheal Schaaf, der Interessierte mit dem 1851 entwickelten Kollodium-Nassplatten-Verfahren ablichtete. Zuerst sah ich zu wie ein Herr Modell saß und das sogar zweimal, weil das erste Bild verrutscht war. Und dann saß ich selbst vor der Linse. Auch hier waren zwei Anläufe nötig, da beim ersten Bild die Zwickergläser spiegelten. Beim zweiten Bild war ich dann so angespannt, dass mein unverkennbares Stirnrunzeln auf Glas gebannt wurde. Schließlich muss man zehn Sekunden lang stillsitzen und kann nicht durchatmen. Aber trotzdem bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Hoffentlich kommt das fertig fixierte Bild in den bald mit der Post.

In der Zwischenzeit hatte die nächste Modenschau begonnen, aber darauf hatte ich keine Lust. Später habe ich jedoch erfahren, dass es beim zweiten Durchgang wesentlich besser gelaufen wäre als am Samstag. Stattdessen war ich mit Marie zu Mittag essen. Da sie noch einen weiten Weg in den Süden vor sich hatte, verabschiedete sie sich auch bald darauf.

Zurück im Rathaus musste ich erfahren, was mit Leuten passiert, die zu lange am Manufactum Natix Stand rumlungern und nicht fliehen, solange noch die Möglichkeit besteht. Ungefragt Kettenrock und -BH verpasst zu bekommen ging ja noch. Aber während mich einem Herrn mit der Spielkarte am Hut abgelenkt wurde, wurde mir vom Standbesitzer ein Armband mit verdächtigem D-Ring verpasst. Ich bin mir sicher die beiden haben sich abgesprochen. Denn ein paar Minuten später lag ich an der Leine.

Gerettet wurde ich von Susi und Maria, die jemanden brauchten, der wusste wo der Stoffladen ist. Ich habe mich natürlich sogleich erboten sie hinzubegleiten.

Darüber ist die Zeit dann auch kurz geworden und weil ich keine Lust auf Konzert hatte, habe mich dann schon auf den Weg zurück nach Kassel gemacht.

Fazit:
1. Tolles Wochenende! Nächstes Jahr wieder!
2. Keine Angst vor Steampunks, die beißen nicht!
3. Gewandung vorher ausprobieren
4. Ich muss dringen Visitenkarten machen. Die Dinger sind ungemein praktisch.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen