Was sind UfOs und wie geht man dagegen vor?

Wer jetzt fliegende Untertassen vor seinem geistigen Auge sieht, liegt falsch. Hier geht es um greifbare Probleme, wie jeder sie kennt:

Unfertige Objekte.


Unförmige Stoffhaufen, die mal auf dem Weg waren eine Weste zu werden,
Hotrohlinge, fertig vernäht aber noch ohne Dekoration,
Gewölle aus Perlen und Angelsehne, die noch für mindestens zwei weitere Armbänder reicht,
Stapel mit unerledigtem Papierkram,
Wollknäuel, an denen noch Nadeln und die ersten zehn Zentimeter einer Armstulpe hängen,
Skizzen, die ausgearbeitet werden wollen, und tausend andere Dinge, die in einem kreativen Haushalt anfallen.




UfOs entstehen auf verschiedene Arten. Sei es, dass man irgendwann die Lust an besagtem Projekt verliert.

Oder auf den letzten Zentimetern der Kette gehen einem die Perlen aus. Die besonders schönen, teuren, die man nur noch in einem kleinen Online-Shop am andern Ende der Welt kriegt.

Oder man macht einen fatalen Fehler. Ein Schnitt zu weit, eine Perle geplatzt und das ganze fliegt in die Ecke.

Und dann sieht man es! Auf Pinterest, auf einem Blog, auf Facebook: Dieses eine Kleid, Armband, Accessoire, das alles in den Schatten stellt, das man unbedingt haben will, die Herausforderung an das eigene Können. Dieses Eine, für das man alles andere stehen und liegen lässt.

Und das UfO wird so beliebt wie der Schnee vom letzten Jahr.

Noch ein neues Projekt?


Im November war ich an einem Punkt, an dem mir schlicht und ergreifend der Platz fehlte um ein neues Projekt anzufangen. Und dabei standen die Ideen Schlange!

Um die Entscheidung, wo man anfängt, zu vereinfachen, habe ich eine UfO-Tombola eröffnet.

Ein Glas nur mit angefangenen oder ungeliebten Projekten. Darunter auch zwei Zettel mit “Papierkram”.

Dem gegenüber steht ein Glas mit "Ideen". Wird ein UfO abgearbeitet, kann eine neue Idee umgesetzt werden. Zuckerbrot und Peitsche.

Dieses zweite Glas ist optional. Allerdings auch super, wenn einem mal wieder der Kopf vor Ideen überschwillt und man sich für keine davon entscheiden kann.


UfO-Tombola: So funktioniert's


Es gibt immer wieder Zeiten, in denen die Motivation fehlt oder sich die Inspiration nicht einstellt. Eine optimale Gelegenheiten sich eines weiteren UfOs zu entledigen.

Ein Griff in die UfO-Tombola. Und noch einer. (Wer beim ersten Mal schon zwei zieht, darf nur einmal)

Jetzt die große Frage: Welches der beiden gezogenen UfOs kann mehr Motivation hervorrufen?
Oder auch: Welches muss dringender gemacht werden? Papierkram beispielsweise.

Das Zettelchen mit dem auserwählten UfO ist gut sichtbar im Arbeitsbereich zu platzieren. Dann kann man das Ziel nicht so leicht aus den Augen verlieren.

Und natürlich das Wichtigste: Alle Komponenten des UfOs finden, sichten, überlegen, was noch fehlt, und: Loslegen!

Die Arbeit an einem UfO hat den Vorteil, dass man sich meist schon längst Gedanken gemacht hat, wie alles zusammengehört. Oft sind bereits alle Schnittteile übertragen und ausgeschnitten. Der zermürbenste und eintönigste Part also schon getan. Dann bleibt ja nur noch das Zusammennähen. Wahrscheinlich ist man in den Zwischenzeit auch schlauer geworden oder besser im Umgang mit der Nadel. Damit geht es natürlich umso schneller.

Dies gilt ähnlich auch für andere Projekte. Der Plan ist da, man muss nur noch machen. So lässt sich auch ein besonders tiefes Motivationsloch gut überbrücken.

Als Krönenden Abschluss kann man das Zettelchen nehmen und feierlich zerreißen. Platz schaffen für neue Projekte!

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Also, was tummelt sich bei euch daheim noch an Unfertigen Objekten? Was schlummert noch in Kisten und Schachteln?

Kommentare:

  1. Geniale Idee - nun muss man sich nur noch zum Sortieren der UFOS durchringen...

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    1. Wozu sortieren?
      Ich habe einfach die offensichtlich rumliegenden aufgeschrieben und in s Glas gepackt. Da sind dann natürlich einige durch's Raster gefallen, zum Beispiel die drei oder vier, die ich gestern beim Aufräumen entdeckt habe :-)
      Aber immerhin sind ein paar fertig geworden. Das ist schon mal ein Fortschritt. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen.

      Grüße!
      Zedena

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  2. Ich finde die Idee klasse.
    Wobei ich dann wahrscheinlich so ein Typ bin, der sich dann zwingen muss in das Glas mit den UfOs zu greifen... einfach nichts tun, wenn doch nur "unbeliebte Projekte" warten, ist doch viel angenehmer...

    ich warte immernoch auf eine Möglichkeit, mir selbst in den Arsch zu treten ^^

    Schöner Blog - ich bin dann mal weiterhin stöbern :)

    Liebe Grüße > Sara

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    1. Kann ich verstehen - bei mir sind jetzt wirklich nur noch so richtig doofe Projekte im Topf.
      Mein Vorteil war, dass ich mir einerseits gesagt habe: Kein Großprojekt vor dem neuen Jahr. Und andererseits so und so kreative Flaute hatte, ich aber meine Hände beschäftigen muss. Da passte das Aufarbeiten alter Projekte ganz gut.

      Grüße, Zedena

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  3. Kann mich meinen Vorrednerinnen anschliessen die Idee ist klasse. Das Ufo Problem hab ich auch. zu dem noch Kistenweise Wolle.
    Danke für die Idee
    grüße Diana

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