Blog zum Sonntag | Vom Abnehmen und Aufbauen

„Irgendwie ist so wenig von mir übrig“, dachte ich mir Dienstag auf dem Nachhauseweg.

Am Vorabend zeigte die Waage das erste Mal etwas mit der 71 vorm Komma. Anfang März waren es zehn Kilo mehr. 81,5. Mein Startwert.

tatsächlicher und berechneter Gewichtsverlauf

Siebzig soll Ende sein, aber so bin ich schon jetzt zufrieden. Skinny-Fat zwar, nur geht das mit den Muskeln eben nicht so schnell. Dafür ist das Winkefleisch schonmal weg und drei von zwei Kenngrößen stehen auf „Normalgewicht“.

Warum beschwere ich mich also?
Naja, wegen Nummer drei der Kenngrößen: „Waist to Hip Ratio“, also das Verhältnis von Taille zu Hüftumfang. Eigentliches Ziel der Sache war es Bauchspeck loszuwerden. Klar da hat sich was getan, aber wesentlich mehr ist eine Etage tiefer verschwunden.

Und zwar so viel, dass ich meinen Freund erstmal fragen musste, ob er meinen Hintern immernoch mag. Auch wenn jetzt weniger davon da ist. Die Antwort war positiv aber etwas zögerlich. 

Da ich bestimmt nicht vorhabe wieder an Fett zuzulegen, muss ich halt mit Muskeln auffüllen. Lässt sich auch besser steuern als Fett.

Warum tu ich mir das Ganze überhaupt an?


Ich war nie wirklich schlank. Auch wenn es keine Zahlen gibt, die das belegen, habe ich mich wohl immer an der oberen Grenze des Normalgewichtes bewegt. Nach dem Abi eher darüber. Während Studium und Doktorarbeit rückte dann die Obergrenze vom Übergewicht immer näher.

Dann irgendwann im letzten Sommer dachte ich so bei mir: Für den ganzen Scheiß, den du so tagein, tagaus in dich reinstopfst, bist du erstaunlich dünn. Fazit. Ich kann essen, was ich will.

Anscheinend doch nicht. Der letzte BH-Kauf enthüllte eine Unterbrustweite größer. Auf Photos gefiel ich mir nicht mehr. Zweifel an der Ernährungsweise plagten mich schon lange.

Dann passierten verschiedene Dinge gleichzeitig: Der tiefe mentale Sturz Ende Februar, die Entdeckung von erzählmirnix auf FB und damit auch „Fettlogik überwinden“ von Dr. Nadja Hermann. Ersteres brachte den Wunsch etwas zu ändern, ein paar Dinge wieder selbst in den Griff zu kriegen. Letzteres festigte diesen Wunsch und zeigte einen Weg zum Ziel auf. 

Mein Arzt riet mir davon ab, mich gleichzeitig mit meiner Depression und der Ernährungsumstellung zu befassen. Aber was ist die beste Methode um jemanden dazu zu bringen etwas zu tun. Genau! Es verbieten!

Und tatsächlich hat mir das Kalorienzählen und die Vorbereitung der Paleo-Mahlzeiten geholfen meine Zeit zu strukturieren. Der Fokus lag woanders, die Gedanken kreisten nicht um mich sondern um den Hunger.

Ja, ich hatte Hunger. Vor allem am Anfang. Bis ich Nahrungsmittel gefunden hatte, die wenig Kalorien haben und trotzdem satt machen (Möhren sind toll).

Fitnessstudio Schotterparadies


Im März ging es außerdem beim Hessencourrier wieder mit Schwellenwechseln los. Da kam die Erkenntnis, dass dringend Handlungsbedarf bei der Armkraft besteht. Denn die Schraubensäcke habe ich kaum über Brusthöhe heben können - fünf Zentimeter zu wenig um über die Bordwand des SKLs zu kommen.

Ich stellte auch fest, Heben aus den Beinen ist schön und gut, machen nur meine Beine nicht mit. Ich habe drei Tage lang mit dem Rücken gehoben. Da wusste ich, der kann das. Wäre ich in die Knie gegangen, ich wäre nie wieder hochgekommen.

Also kommt zum Armtraining noch Beine dazu. Und am Rücken natürlich auch weiter arbeiten. Am besten noch die schräge Muskulatur.

Wann mache ich das?
Drei Mal die Woche vor der Uni. Ich steh ne halbe bis ganze Stunde früher auf und mache Sport; so eine halbe bis dreiviertel Stunde. Dann noch ein proteinreiches Frühstück (Rührei), Duschen und ab auf Arbeit.

Nach ein paar Wochen dann das Aha-Erlebnis an der Strecke: Wow! Die Dreilochplatten sind aber leicht geworden.
Am nächsten Tag war ich trotzdem fertig und hatte Muskelkater. Wer mehr kann, macht auch mehr.

Die letzte Woche habe ich sowas wie intuitives Kalorienzählen versucht und nach dem Schotterparadies gestern zeigte die Waage dann tatsächlich die Siebzig vor dem Komma.

Es wird.

Nächste Woche um diese Zeit habe ich wahrscheinlich Wunschgewicht erreicht. Das muss ich dann nur noch halten.

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