Jojo-Effekt trotz Wunschgewicht

Jeder, der eine Diät macht oder machen will, fürchtet sich vor ihm, dem berüchtigten Jojo-Effekt. Nachdem die Zahl auf der Waage erst gesunken ist, warnen viele Fettlogiken vor dem Punkt, an dem sie wieder beginnt zu steigen.

Es ist ja kaum einen Monat her, dass ich stolz das Ziel meiner Diät verkündet habe. Und jetzt hat mich der Jojo schon erwischt?

Jain.

Die Zahl auf der Waage ist da wo ich sie haben will: Unter 70kg. 

Aber vieles andere ist wieder wie vorher. Wie ich es vorher nicht haben wollte.

Kalorienzählen ist eine Sache. Letztes Mal habe ich es ja nur nebenbei erwähnt, aber ich habe auch die Ernährung umgestellt.

Vorher hab ich mich vorrangig von Schoki, Fertigpizza, belegten Brötchen und viel Weißmehl ernährt.

Mit der Diät habe ich weitestgehend auf Paleo umgestellt. Also keine Milchprodukte, kein Getreide, kein raffinierter Zucker, keine hochverarbeitete Nahrungsmittel. So ganz hardcore hab ich das nie durchgezogen. Vor allem nicht den Aspekt mit den hochwertigen Zutaten. Bio konnte ich mir zeitlich einfach nicht leisten. Gerade das Bio-Fleischangebot in meiner direkten Wohnumgebung ist eher mau. Und jedesmal in die Innenstadt in den Bio-Markt gurken war zeitlich einfach nicht drin.

Außerdem natürlich das Training. Dreimal die Woche, je einmal  Hanteltraining für Arme und Schultern, Eigengewichtsübungen für den Torso, und ein paar Sachen für die Beine. Mit dem Set für die Beine bin ich noch nicht zufrieden, auch weil ich durch’s Schotterparadies verstärkt Knieprobleme habe.

Nach dem Sport Rühreifrühstück, Duschen und ab in die Uni. Für die anderen Tage Obstsalat zum Frühstück.

Irgendwann konnte ich dann keinen Obstsalat mehr sehen. Da schlichen sich die ersten Ernährungssünden ein. Dann die Nachricht, dass meine Stelle nicht verlängert wird. Änderungen im Schlafrhythmus (mein Freund muss neuerdings halb fünf aufstehen) taten ihr übriges.

Ich bin mega aus dem Tritt gekommen. Habe das Frühstück übersprungen, Süßkram gefuttert, keinen Sport mehr gemacht, bin mental in ein tiefes Loch gefallen.

Perfektionismus ist der Tod für Produktivität

Seit mein Freund so früh raus muss, steh ich auch früher auf. Wach bin ich ja eh schon. Hat den Vorteil, dass ich noch ein paar Sachen vor der Uni erledigen kann.

Ursprünglich wollte ich diese zusätzliche Zeit für Kreatives und den Blog nutzen, letztendlich ist daraus geworden die Sachen nach zu holen, die ich am Vortag nicht geschafft habe. Essen kochen zum Beispiel.

Wenn man dann früh’s nicht hochkommt, ist das fatal. Und wenn schon der erste Punkt auf der Tagesordnung scheitert, braucht man ja gar nichts anfangen - sagt mein Perfektionistenhirn.

Diese Woche hab ich Urlaub genommen, um wieder meinen Rhythmus zu finden. Der Plan war eigentlich recht simpel: Zurück zum alten Plan. Früh aufstehen, Sport machen, Paleo kochen.

Montag lief gut, Dienstag weniger. Den Mittwoch hatte ich schon abgeschrieben, als ich viel zu spät und absolut unwillig aufgestanden bin.

Aber tatsächlich hat mir das Internet den nötigen Arschtritt verpasst. Nach einem Artikel über den positiven Einfluss von Pokemon Go auf Depressionen und den weiterführenden Artikel wie Sport als Antidepressiva wirkt, war die Motivation da.

Und hielt auch nach dem Sport an. 

Tatsächlich war die Kombination aus Sport und Ernährungsumstellung wohl ausschlaggebend dafür, dass es mir lange relativ gut ging, mental gesehen. Ich hatte auch den Eindruck, dass die unvermeidlichen Tiefphasen nicht so lange anhielten, während ich mich ordentlich ernährt hab.

Man sagt ein Mensch braucht drei Monate um sich an etwas zu gewöhnen. Bisher habe ich solche Umstellungen immer nur ein, maximal zwei Monate durchgehalten. Wünscht mir also Glück, dass ich diesmal den längeren Atem habe.

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